Karin van de Walle
Karin van de Walle (1964) studierte Keramikdesign an der Kunstakademie St. Joost in Breda und lebt und arbeitet heute in Deutschland. Im Laufe der Jahre entwickelte sie eine ausgeprägte und auf den ersten Blick erkennbare Bildsprache, in der handwerkliches Können, Fantasie, Humor und eine nahezu grenzenlose Liebe zum Detail zusammenfließen.
In ihren Skulpturen erschafft Van de Walle ein farbenfrohes Universum voller kraftvoller Frauenfiguren, Showgirls, Nymphen, Meerjungfrauen und anderer fantasievoller Gestalten. Anhand wiederkehrender Themen wie „Animalgirls“, „Spaceangels“, „Showgirls“, „Traditional Girls“ und „Recyclegirls“ lotet sie immer wieder aus, wie weit sie Form, Material und Vorstellungskraft ausreizen kann.
Ihre Bilder bewegen sich mühelos zwischen Popkultur, Mythologie, Geschichte und reiner Fantasie. Auf tuchhohen Absätzen, in üppige Kostüme gehüllt und mit unerwarteten Accessoires ausgestattet, präsentieren sich ihre Frauen dem Betrachter selbstbewusst und verführerisch. Sie sind extravagant, eigenwillig und manchmal leicht provokativ, aber vor allem voller Humor, Charakter und Lebensfreude.
Van de Walle arbeitet unter anderem mit Keramik, Porzellan, Gussmarmor, Bronze und recycelten Materialien. Jede Skulptur entsteht in einem intensiven Prozess des Modellierens, Kombinierens und Verfeinerns. Dekorative Elemente und filigrane Details spielen dabei eine wesentliche Rolle. Noch bevor eine Skulptur fertiggestellt ist, entstehen oft bereits Ideen für das nächste Werk: neue Formen, andere Materialien und unerwartete Kombinationen, mit denen sie erneut versucht, ihre eigenen Grenzen zu erweitern.
Gerade diese ständige Suche macht ihr Œuvre so unverwechselbar. Karin van de Walle schafft Skulpturen, die nicht nur betrachtet werden wollen, sondern den Betrachter herausfordern, verführen und zum Lächeln bringen. Ausgelassene Persönlichkeiten in dreidimensionaler Form, in denen sich Geduld, handwerkliches Können und eine unbändige Fantasie sichtbar vereinen.